Catholic Austria

Sind wir bereit, ihm zu begegnen?

“Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen” (aus Mt. 25, 31-46)

Als Christen glauben wir, dass wir für unser eigenes Leben verantwortlich sind, und dass wir für unsere Entscheidungen die Verantwortung tragen. Mit anderen Worten glauben wir, dass wir an einem Tag Rechenschaft über unser Leben ablegen werden müssen. Du für dein Leben, und ich für mein Leben.

Und worum wird es an diesem Tag gehen? Wir glauben, dass wir Jesus begegnen werden. Worum wird es ihm gehen? Es gibt viele Fragen, die er uns stellen könnte. Er könnte dich fragen, ob du dein Studium in der Mindestzeit abgeschlossen hattest. Oder ob die Firma, die du gegründet hattest, erfolgreich war.

In dieser Lesung wird es eindeutig, dass es Jesus nicht um solche Dinge gehen wird. Er wird dir viel wahrscheinlicher die Frage stellen, wie es dir mit deinen Mitmenschen gegangen ist. Hast du auf sie geschaut, oder nur auf dich? Hast du Zeit für andere gehabt, oder nur für deine Arbeit und eigene Prioritäten?

Diese sind Fragen die ich mir immer wieder stellen muss. Tag für Tag setze ich – und ich wage es zu sagen, setzen wir – unsere Prioritäten genau verkehrt. Woche für Woche lege ich und legen wir unverhältnismäßig viel Wert auf das Vergängliche und weniger Wert auf die Menschen um uns, die ja alle Unsterbliche sind.

Dies ist eine gute Lesung, die man für einen Tagesrückblick heranziehen kann: Für wen habe ich heute gelebt? Für mich? Oder für andere und dadurch auch für Gott?

Ich glaube, dass es Jesus um genau das gehen wird, in diesem Moment – C.S. Lewis beschreibt es ganz nüchtern – in dem “der betäubende Nebel zerreißt, den wir ‘die wirkliche Welt’ nennen, und die Gegenwart Gottes, in der wir uns eigentlich immer befanden, offenbar, unmittelbar und unausweichlich wird.”