Catholic Austria

Was wird mit mir passieren?

“Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.” (aus Mk 13, 33-37)

Vor fünf Jahren bin ich von Kanada nach Österreich gekommen, um zu studieren. Seit vor dem Beginn meines Studiums habe ich das Ziel fest im Auge gehabt, nach dem Studium zurück nach Kanada zu fliegen und dort weiter zu leben. Auf dieses Ziel hin habe ich gearbeitet und mein Leben in den letzten fünf Jahren gestaltet.

So habe ich es geschafft, fünf Jahre lang in der Zukunft zu leben.

Im Februar wurde ich gefragt, ob ich ein Missionsjahr machen würde – ihr könnt euch vorstellen, welche Fragen dann gekommen sind. Werde ich danach einen Job bekommen? Werde ich es überhaupt machen können? Diese Fragen stammen aus der Hauptfrage unseres Lebens: was wird mit mir passieren?

Als Menschen, die in der Zukunft leben, stellen wir uns diese Frage – bewusst oder unbewusst – andauernd. Ich glaube diese ist eine unserer größten Versuchungen: in der Zukunft zu leben und von ihr aus unser Leben zu gestalten. Versuchung deswegen, weil die Zukunft nicht real ist oder sein kann. Während wir uns um unsere Zukunft sorgen, verpassen wir alles, was in unserem Leben jetzt passiert.

Und heute der Befehl von Jesus: “Seid wachsam!”

Jesus ruft uns zurück in die Gegenwart, in den gegenwärtigen Moment, in den heutigen Tag. Für was und für wen bin ich heute dankbar? Was hat dir heute Freude gebracht? Bei uns Christen geht es immer um den gegenwärtigen Moment. Es geht immer um die Person, die dir jetzt gegenübersitzt. Immer um die Arbeit, die du jetzt verrichtest. Immer um die Gnade, die du jetzt empfängst. Jesus sagt an einer anderen Stelle im Evangelium, dass das Reich Gottes nicht etwas ist, das irgendwann später kommt – es ist hier jetzt, mitten unter uns.

“The Future is, of all things, the thing least like eternity. It is the most temporal part of time – for the Past is frozen and no longer flows, and the Present is all lit up with eternal rays.” (C.S. Lewis, The Screwtape Letters)